Herrchen_kocht_Rohfleisch

Rohes Fleisch ist gesund

Hunde sind sogenannte Karnivoren, Fleischfresser. Um das festzustellen reicht ein Blick in das Maul des Hundes. Durch den menschlichen Eingriff haben sich in der Vergangenheit viele unterschiedliche Rassen aus dem Wolf gebildet, der Verdauungsapparat blieb jedoch unverändert.

 

Eindeutig kann das Hunde-Raubtiergebiss Gewebe zerschneiden, größere oder kleinere Brocken Fleisch von Knochen abreißen und mit den Backenzähnen grob zerkauen. Ganz sicher kann aber dieses Gebiss keine Nahrung so weit zermahlen, wie es die Pflanzenfresser tun, bei denen die Nahrungsaufbereitung bereits im Maul beginnt. Der Hund schlingt gröbere Nahrungsbrocken hinuter, wobei sein Speichel vor allem der Anfeuchtung der Nahrung dient. Der Speichel enthält keine Verdauungsenzyme wie beim Menschen oder Pflanzenfresser, der Kohlenhydrate bereits beim Kauen verdaut.

 

Der Hund besitzt ein Sackmagen, der im Vergleich zur Körpergröße, 7 mal so groß ist, wie der des Pferdes. Der Hund kann große Nahrungsmengen aufnehmen und je nach körperlicher Aktivität – in kleineren oder größeren Portionen an den Darm abgeben. Zudem dient der Sackmagen als Speicherorgan von Nahrung. Der Magen kann bis zu 24 Stunden lang Nahrung an den Darm weitergeben.

 

Die Salzsäure des Magens führt zu einer weitgehenden Abtötung von Bakterien, die mit dem Futter oder aus der Umgebung aufgenommen werden. So kann der Hund verdorbenes Futter oder Kadaver fressen, ohne daran gleich zu erkranken.

 

Die Länge des Hundedarmes weist übrigens ebenfalls auf seine Raubtiernatur hin: Das Verhältnis der Körper- zur Darmlänge beträgt bei Hunden etwa 1 zu 6,8. Das mag auf den ersten Blick viel erscheinen, schließlich kommt bei einem größeren Hund eine Gesamtlänge von rund 10 Metern zu Stande.

Die Darmlänge vieler Pflanzenfresser von ähnlicher Körpergröße ist aber doppelt so lang! Hunde sind beispielsweise ebenso wenig wie Menschen in der Lage, äußerst komplexe Kohlenhydrate zu verdauen, also z.B. weder Heu, Stroh oder Baumrinde. Hierfür reicht weder die Darmlänge noch die Verweildauer der Nahrung aus, noch die biologische vorgegebene Ausstattung mit den notwendigen Enymen. Folge: Ein Hund muss, da sein Organismus dennoch alle wichtigen Nährstoffe benötigt, die von den Beutetieren bereits vorverdauten Pflanzenteile aufnehmen. Der Mensch bereitet Unverdauliches entsprechend durch Erhitzen oder Pürieren, Zerreiben o.ä. zu.

 

Ein wichtiger Aspekt in der Gesunderhaltung des Verdauungssystems ist eine intakte Darmflora. Sie ist dann gegeben, wenn Darmbakterien im richtigen Verhältnis den Darm besiedeln. Mindestens 70% des Immunsystems sind im Darm und der Darmwand lokalisiert.